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das kleine Bärchen 

Auf einem Bauernhof geboren,  wurde ich in den ersten Lebenswochen von meiner Mama beschützt, gefüttert, gewärmt und geliebt. Meine Geschwister und ich wurden größer, und unsere Mutter hatte immer weniger Milch. Wir wurden schwächer und bekamen alle Schnupfen und Fieber, und unsere Mutter kam nur mehr selten zu uns.

Ich war krank, mir war kalt und ich war hungrig. Ich beschloss meine Mama zu suchen. Dabei fand ich einen warmen, etwas harten Untergrund. Woher sollte ich wissen, dass das eine Straße war und Autos für kleine Katzen gefährlich sind. Ich war doch blind.

Plötzlich packte  mich wer und setzte mich in etwas Warmes und Schaukelendes. Es  war so angenehm und ich schlief ein. Ein Mensch, der die Straße entlang fuhr,  hatte Mitleid mit dem kleinen grauen, flauschigen Etwas, das da mitten auf der Straße saß und nahm mich mit.

Doch bevor es nach Hause ging, brachte mich meine neue Mama zum Doktor. Dort wurde ihr Verdacht bestätigt: ich hatte Katzenschnupfen, der meine Augen zerstört hatte. Ich bekam Infusionen und Medikamente,  dann ging es nach Hause und ich bekam endlich was zu essen. Müde und satt, schlief ich zufrieden in meinem Kuschelkörchen ein.

Langsam kam ich zu Kräften, der Schnupfen besserte sich  und ich wurde stärker. Ich hatte genug zu fressen, bekam viel Liebe und ganz viele Streicheleinheiten. Das Leben hätte so schön sein können. Doch ich wurde wieder krank, diesmal hatte ich eine Lungenentzündung. Ich musste 2-mal Tag zum Tierarzt bekam Infusionen und Spritzen, und noch Tabletten zum Schlucken. Ich hatte  ein Zuhause gefunden und wollte leben und so kämpfte ich mit all meiner Kraft gegen die Krankheit. Und ich schaffte es!

Wieder gesund,  folgten sehr aufregende Tage: ich lernte meine pelzigen Mitbewohner „Tom“ und „Jerry“ kennen, fand heraus, dass  Hunde gute Freunde sein kennen und ich musste mich im Haus zurecht finden - nicht ganz einfach für ein blindes, kleines  Kätzchen.

Anfangs kam ich überall rauf, aber nicht mehr runter. Dann musste ich auf der Couch oder am Tisch warten bis meine  Mamma von der Arbeit kam und mich runter hob. Aber nach ein paar Tagen traute ich mich auch runter klettern.  Bald hatte ich eine „Landkarte“ vom Haus im Kopf und fand mich   spielerisch zurecht. Unfälle gab es nur, wenn einer der Hund nicht auf seinem Platz lag. Diese mobilen „Hindernisse“ überwand ich mit drüber klettern oder umgehen.

Es war ein wunderdschöner Sommer und meine Eltern, die Hunde und  die Katzen alle durften in den Garten. Damit ich auch mit konnte, kauften meine Dosenöffner eine Leine und ein Geschirr für mich. So konnte ich den Sommer, die Sonne, die frische Luft und das grüne Gras genießen. Besonders viel Spaß machte mir der Brunnen, wo ich versuchte das sprudelnde Wasser zu fangen und die große Birke, auf die ich trotz Leine ganz hoch hinauf kletterte.

Der Herbst zog ins Land und unser Leben verlagerte sich mehr und mehr ins Haus. Es gab nur wenige Nachmittage, an denen wir in den Garten gingen um die letzten warmen Sonnenstrahlen zu genießen. Ich war inzwischen ein großer Kater, kastriert und geimpft. Viele Menschen sagten ich sei wunderschön und man merke gar nicht, dass ich blind sei.

Im Winter genoss ich die Wärme des Kachelofens und verbrachte die  Tage mit schlafen – fressen – und wieder schlafen. Im Dezember stellten meine Menschen einen großen Tannenbaum mit ganz viel Spielzeug im Wohnzimmer auf. Lustig war das! Jetzt konnte ich im Wohnzimmer klettern und  Spielzeug fangen.

Die Tage wurden länger,  die Frühlingssonne schien durch die Fenster. Langsam bereitete sich die Familie  wieder das Leben im Garten vor.  Doch diesmal sollte unser kleines Bärchen nicht mit in den Garten ziehen. Wir mussten unseren kleinen Schatz mit nur 1 ½ Jahren auf Grund eines Nierenversagen für immer gehen lassen.

Wir erinnern uns oft daran,  wie der kleine, blinde, tapfere Kerl die Birke erklommen hatte, wie er waagemutig im Garten einfach drauf losgelaufen ist, wie er mit seinen Hunden gespielt und gekuschelt hat, wie gut er sich im Haus trotz seiner Behinderung bewegen konnte.

Wir erinnern uns oft daran, wie wunderbar wertvoll das kleine Bärchen für uns war.