Deprecated: Methods with the same name as their class will not be constructors in a future version of PHP; BrowserRequest has a deprecated constructor in /home/.sites/21/site1551/web/.cm4all/include/BrowserRequest.php on line 3 Deprecated: Methods with the same name as their class will not be constructors in a future version of PHP; BengProxyHandler has a deprecated constructor in /home/.sites/21/site1551/web/.cm4all/include/BengProxy.php on line 13 Kastration
 

 

 

 

Kastration verhindert Tierleid!

Warum soll ich meine Katze kastrieren lassen? Kleine Kätzchen sind doch so niedlich und in der Familie haben alle bereits zugesagt, dass sie sich eines nehmen!! Das sind eine sehr häufige Aussage uninformierter Besitzer und der Grund, warum verantwortungsbewusste Tierschützer, solchen Personen keine Tiere vermitteln.

 Es besteht seit dem Jahr 2005 eine gesetzliche KASTRATIONSPFLICHT für Kater und Kätzinnen mit Freigang. Trotzdem ist die Kittenflut jedes Jahr enorm, es gibt viel zu viel ungewollten Nachwuchs.

Als tierliebender Mensch und verantwortungsvoller Besitzer sollte es deshalb selbstverständlich sein, sein Tier vor oder bei einsetzen der Geschlechtsreife kastrieren zu lassen. Nicht nur weil es so im Gesetz steht, sondern weil jeder einen persönlichen Beitrag gegen das Tierleid leisten kann.

Geschlechtsreife:

Katzen werden im Alter von ca. 5 Monaten geschlechtsreif. Kater zeigen dies durch stark riechenden Urin im Kisterl, vermehrten Freiheitsdrang, Markieren in der Wohnung und genereller Unruhe an.

Bei Kätzinnen merkt man, außer gelegentlicher Unsauberkeit vor der Rolligkeit, oftmals keine Warnsignale. Eine Rolligkeit macht sich durch ständiges Gemauze, extreme Anhänglichkeit/ oder Zickigkeit, Rollen über den Boden, präsentieren des Hinterteils und genereller Aufdringlichkeit bemerkbar. Auch Kätzinnen können einen ausgeprägten Freiheitsdrang während der Rolligkeit an den Tag legen, da auch sie aktiv Kater suchen, bzw. Nachbarskater oder Streuner meistens schon vor der Türe auf ihre Chance warten.

  Abhängig von der Tageslänge und der Stimulation der Umgebung (Zusammenleben mit Kater) kann eine Kätzin also alle paar Wochen rollig werden. Wird die Kätzin nicht gedeckt, kann sie alle 10Tage rollig werden, was nach einiger Zeit zu einer Dauerrolligkeit führen kann, da die Hormone aus dem Gleichgewicht geraten, Diese  ist weder für Kätzin gesund, noch wünscht man sich als Katzenbesitzer eine Tag und Nacht schreiende, mauzende und unruhige Kätzin.

 Paarung:

Der Deckakt ist für die Kätzin  KEIN befriedigendes Gefühl, der Eisprung wird bei Katzen durch den Schmerz bei der Paarung ausgelöst (sog. Provozierte Ovulation). Der Kater muss nach dem Deckakt schnell davonspringen, da die Kätzin ihn sonst kratzt, beißt etc. Bei freilebenden Katzenpopulationen, lässt sich die Kätzin von mehreren Katern bespringen, damit keiner weiß, von wem die Jungen sind und die Kater den Kleinen nichts tun.

 Die Tragzeit einer Kätzin beträgt ca. 60 Tage. Allein die Mutterkatze ist für die Versorgung der Kleinen zuständig, ein Wurf besteht aus bis zu 6 Kitten. Vor allem junge Kätzinnen sind oft überfordert mit der Situationen, verstoßen die Jungen, haben zu wenig Milch oder  die Kitten sind klein und schwächlich. Nur weil die Geschlechtsreife mit 5 Monaten einsetzt, heißt das noch lange nicht, dass das Tier der Aufgabe körperlich und geistig gewachsen ist. Wer kümmert sich dann um die niedlichen Kitten? Kaum einer kann sich Pflegeurlaub für die Haustierbetreuung nehmen, und alle 3 Stunden (auch nachts) Kitten füttern und Bäuchlein massieren, damit sie sich erleichtern können.

Selbst wenn man Geduld und Mühe auf sich nimmt, überleben viele der kleinen Kätzchen nicht (auch wir müssen leider oft die Erfahrung machen).

 Eine säugende Kätzin kann 2-3 Wochen nach der Geburt wieder rollig werden (eine Rolligkeit die hormonbedingt  oftmals „still“ verläuft), somit darf diese keinen Freigang bekommen.

 Mit 4 Wochen fangen Kitten dann an selbstständig zu fressen, müssen aber noch weitere  6-8 Wochen bei der Mutter bleiben und gut sozialisiert und mit starkem Immunsystem aufwachsen zu können.

 Was passiert bei einer Kastration:

 Kater kastrieren: Bei dieser Operation wird der Hodensack eröffnet, die Samenstänge abgebunden und die Hoden entfernt. Die kleine Schnittwunde verheilt ohne Nähen in wenigen Tagen.

 Kätzin kastrieren: Auch hier handelt es sich um eine KASTRATION da die hormonproduzierenden Organe entfernt werden (beim Kater sind dies die Hoden, bei der Kätzin die Eierstöcke). Würde man Kätzinnen sterilisieren, wie dies oft fälschlichereise bezeichnet wird, würde man nur die Eileiter abbinden. Die Hormone wäre noch vorhanden, die Kätzin würde rollig, kann aber nicht mehr trächtig werden.

Bei dieser Operation werden über Bauch- oder Flankenschnitt, die Eierstöcke, Eileiter und tw. auch die Gebärmutter abgebunden und entfernt. Die Wunde wird anschließend vernäht und die Fäden nach einigen Tagen (sofern sie sich nicht selbst auflösen) entfernt.

Die Kastration kann ohne Bedenken auch VOR der ersten Rolligkeit durchgeführt werden. WÄHREND der Rolligkeit ist von dieser OP abzuraten, da durch den hormonellen Einfluss die Organe sehr gut durchblutet und geschwollen sind und die OP ein höheres Risiko birgt.

 Die Katzenpille ist KEIN adäquates Verhütungsmittel, da sie nicht sicher genug ist, schwierig regelmäßig zu verabreichen und die Gebärmutter sehr schädigt. Kitten die trotz der „Katzenpille“ geboren werden, sind häufig lebensschwach. Wenn man  das Organ nach längerer Pilleneingabe  untersucht, stellt man fest, dass das Gewebe massive geschädigt ist, porös, die Schleimhaut zerstört und eine Kastration häufig aufgrund von unerwarteten Blutungen verkompliziert wird.

 Der Hormonchip, der in Züchterkreisen verwendet wird, ist für die Kätzin nicht zugelassen, die Wirkdauer ist nicht bestätigt und er ist keine endgültige Lösung. Er findet seine Anwendung bestenfalls, wenn das Tier aufgrund seines Gesundheitszustandens momentan nicht narkosefähig ist und eine Kastration aufgeschoben werden muss.

 Wir wollen Katzen in Not helfen der erste Schritt dafür ist eine Populationskontrolle. Weniger ungewollter Nachwuchs, bedeutet weniger Krankheitsverbreitung und weniger Tierleid.

 Das Leben eines Tieres zu retten, verbessert nicht die ganze Welt, aber wenn jeder mit dem Leben seiner Tiere verantwortungsbewusst umgeht, leistet jeder seinen persönlichen Beitrag und gemeinsam können wir viel erreichen!


 Aus dem kleinen ängstlichen Streuner-Katerchen, Riccardo, wurde ein stattlicher, selbstbewusster Kater. Sein Leben wäre ohne Kastration sicher anders verlaufen.